Albanien: Von Tirana über Berat und die Riviera nach Durrës
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Die vierte Etappe unseres Balkan-Roadtrips führte uns durch Albanien – von der Hauptstadt Tirana bis zur Küstenstadt Durrës. Unterwegs erkundeten wir historische Städte, antike Ruinen und malerische Küstenorte. Hier sind die Highlights und Insider-Tipps.
Tirana

Anreise und Unterkunft
Unsere Reise begann am 10. August in Tirana. Die Stadt hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert und war ein spannender Auftakt. Wir verbrachten einige Tage damit, die Kultur, die bunte Architektur und die Geschichte der Stadt zu erkunden (Unterkünfte in Tirana vergleichen).
Sehenswürdigkeiten
- Skanderbeg-Platz – der zentrale Platz und der beste Ausgangspunkt. Hier stehen das Nationalmuseum, das Opernhaus und das Denkmal des Nationalhelden Skanderbeg.
- Et’hem-Bey-Moschee – eine der schönsten osmanischen Bauten der Stadt aus dem 18. Jahrhundert, gleich neben dem Uhrturm.
- Blloku – einst das verbotene Viertel der kommunistischen Elite, heute das trendigste Quartier mit Bars, Cafés und Restaurants.
- Bunk’Art 1 und 2 – zwei Museen in ehemaligen Bunkern. Bunk’Art 1 erzählt die Geschichte der albanischen Armee, Bunk’Art 2 das Leben unter der kommunistischen Diktatur. Beide sind eindrücklich und bedrückend zugleich.
Stadtführungen und Kombitickets für Tirana lohnen sich, wenn du die Bunker und das Zentrum an einem Tag sehen willst.
Insider-Tipp
Nimm den Dajti Ekspres, die Seilbahn auf den Berg Dajti. Von oben hast du einen Panoramablick über die ganze Stadt, und es gibt Wanderwege und Restaurants mit lokaler Küche.
Berat

Anreise und Unterkunft
Von Tirana ging es weiter nach Berat, eine der ältesten Städte Albaniens. Wir übernachteten im gemütlichen MERKO Hotel, zentral in der Altstadt (Unterkünfte in Berat vergleichen).
Sehenswürdigkeiten
Berat, die «Stadt der tausend Fenster», ist UNESCO-Weltkulturerbe und berühmt für ihre osmanische Architektur.
- Burg von Berat (Kala) – thront hoch über der Stadt, mit atemberaubendem Blick auf die Landschaft. Innerhalb der Mauern stehen alte Kirchen und bewohnte traditionelle Häuser.
- Onufri-Museum – in der Burg gelegen, mit einer beeindruckenden Sammlung von Ikonen des albanischen Künstlers Onufri.
- Gorica-Brücke – eine osmanische Steinbrücke, die die Stadtteile Mangalem und Gorica verbindet.
Insider-Tipp
Lauf durch das Viertel Mangalem mit seinen engen, verwinkelten Gassen. Dort erlebst du das echte Berat, nicht die Postkartenversion.
Von Berat nach Dhërmi – mit Halt in Apollonia

Apollonia
Auf dem Weg an die Küste machten wir Halt in Apollonia, einer antiken griechischen Stadt und später bedeutend im Römischen Reich. Highlights sind das antike Theater, der Odeon und die gut erhaltenen Stadtmauern. Das Museum, in einem ehemaligen Kloster untergebracht, zeigt eine beeindruckende Sammlung von Fundstücken.
Ankunft in Dhërmi
Danach erreichten wir Dhërmi und übernachteten in den gemütlichen Sofias Rooms (Unterkünfte an der albanischen Riviera).
Insider-Tipp
Geh an den Strand von Dhërmi. Kristallklares Wasser, dramatische Berge im Rücken – das ist die albanische Riviera von ihrer besten Seite.
Himarë und Porto Palermo

Am 12. August fuhren wir nach Himarë, wo wir zwei Nächte blieben (Unterkünfte in Himarë vergleichen). Himarë ist bekannt für seine Küste und seine Geschichte.
Porto Palermo
Ein Highlight war die Festung Porto Palermo auf einer kleinen Halbinsel, im 19. Jahrhundert von Ali Pasha Tepelena erbaut. Von dort hast du einen grandiosen Blick auf Küste und Meer.
Insider-Tipp
Fahr an den Strand von Livadhi, nur eine kurze Fahrt von Himarë entfernt. Er ist deutlich weniger überlaufen und viel ruhiger.
Von Himarë nach Durrës – über Vlora
Am 13. August fuhren wir entlang der Küste nach Vlora und weiter nach Durrës, wo wir die Nacht auf der Fähre nach Italien verbrachten. Die Fähre von Adria Ferries war eine bequeme Möglichkeit, die Reise fortzusetzen.
Vlora und Durrës
- Vlora – hier wurde 1912 die Unabhängigkeit Albaniens erklärt. Das Unabhängigkeitsmuseum lohnt sich, wenn dich Geschichte interessiert.
- Durrës – die älteste Stadt des Landes, mit einem antiken Amphitheater und einem Archäologischen Museum voller römischer und byzantinischer Fundstücke (Unterkünfte in Durrës vergleichen).
Insider-Tipp
Lauf bei Sonnenuntergang über die Uferpromenade von Durrës. Dort reihen sich Restaurants und Cafés, in denen du die lokale Küche probieren kannst.
Fazit
Die vierte Etappe war die abwechslungsreichste des ganzen Roadtrips. Von den historischen Städten Berat und Apollonia bis zu den Küstenorten Dhërmi und Himarë – Albanien hat uns am meisten überrascht.
Damit endet unser Balkan-Roadtrip – vier Länder, unzählige Eindrücke und die Gewissheit, dass wir wiederkommen.
Beste Reisezeit für Albanien
Die albanische Riviera ist von Juni bis Anfang Oktober badetauglich, und anders als in Kroatien bleibt es hier auch im September warm. Im Juli und August wird es in Tirana und im Landesinneren sehr heiss – Berat liegt in einem Talkessel, in dem sich die Hitze staut.
Unsere Empfehlung: Ende Mai bis Juni oder September. Dann sind die Strände von Dhërmi und Himarë noch nicht überlaufen, die Temperaturen in Berat und Tirana erträglich, und die Preise deutlich tiefer als im Hochsommer.
Praktisches: Währung, Strassen, Bezahlen
- Währung Lek. Der Euro wird vielerorts angenommen, aber zu schlechtem Kurs. Heb am Automaten ab und rechne mit Bargeld – viele kleinere Restaurants und Pensionen nehmen keine Karte.
- Strassen. Die Hauptstrassen sind überraschend gut. Die Küstenstrasse SH8 entlang der Riviera ist kurvenreich, aber gut ausgebaut. Nebenstrassen können dagegen abrupt in Schotter übergehen.
- Verkehr. In Tirana wird offensiv gefahren. Wer sich das nicht antun will, stellt das Auto am Stadtrand ab.
- Mietwagen. Klär vorher ab, ob dein Vertrag Albanien einschliesst – viele Vermieter in Kroatien schliessen es aus oder verlangen einen Zuschlag.
- Fähre nach Italien. Adria Ferries verkehrt von Durrës nach Bari und Ancona. Die Nachtfähre spart einen Reisetag und den ganzen Rückweg.
Wie viel Zeit braucht Albanien?
Vier Tage sind knapp, aber machbar: zwei Tage Tirana und Berat, zwei Tage Riviera. Schöner sind sechs bis sieben Tage – dann kannst du an der Küste stehen bleiben, statt jeden Tag weiterzufahren. Wer den Süden mitnehmen will, sollte Saranda und das Blaue Auge einplanen.
Häufige Fragen zu Albanien
Ist Albanien sicher für Reisende?
Ja. Wir haben uns durchgehend sicher gefühlt, und die Gastfreundschaft war die herzlichste der ganzen Reise. Das Bild vom gefährlichen Albanien stammt aus den Neunzigern und hat mit dem heutigen Land wenig zu tun.
Lohnt sich Bunk’Art?
Sehr. Bunk’Art 1 liegt am Stadtrand in einem riesigen Atombunker und behandelt die Militärgeschichte, Bunk’Art 2 liegt zentral und zeigt das Leben unter der Diktatur. Wenn du nur Zeit für eines hast, nimm Bunk’Art 2 – es geht näher an die Menschen. Kombitickets und Führungen für Tirana sparen Anstehzeit.
Wie ist das Wasser an der albanischen Riviera?
Kristallklar und bis in den Oktober warm. Die Strände sind fast durchgehend Kies, nicht Sand – Wasserschuhe und eine Strandmatte machen den Unterschied.
Was kostet Albanien?
Deutlich weniger als Kroatien. Ein gutes Abendessen mit Wein liegt oft unter 20 Franken, eine einfache Pension mit Meerblick unter 60. Albanien war für uns die günstigste Etappe der ganzen Reise.
Spricht man Englisch?
Junge Leute meist gut, ältere eher Italienisch. In Berat und an der Riviera kommt man mit Englisch problemlos durch.
Die Route Tag für Tag mit Fahrzeiten
Albanien braucht mehr Zeit, als die Kilometer vermuten lassen, weil die Strassen in den Bergen langsam sind. Das sind Richtwerte für unsere Reihenfolge:
- Tirana – Berat: rund zwei Stunden.
- Berat – Apollonia – Vlora: etwa eine Stunde bis Apollonia, danach knapp 45 Minuten nach Vlora.
- Vlora – Dhërmi: gut eine Stunde über den Llogara-Pass, der auf über 1000 Metern Höhe verläuft und unvergessliche Ausblicke auf die Küste bietet.
- Dhërmi – Himarë – Porto Palermo: jeweils rund 20 Minuten zwischen den Orten.
- Himarë – Durrës (über Vlora): etwa dreieinhalb bis vier Stunden. Plane dafür einen vollen Fahrtag ein.
Autofahren in Albanien: Das solltest du wissen
Die Hauptstrassen sind in den letzten Jahren stark ausgebaut worden, trotzdem unterscheidet sich der Fahrstil vom Schweizer. Fahr defensiv, rechne mit Überholmanövern in Kurven und mit Tieren auf der Strasse. Fahre nachts möglichst wenig auf Bergstrassen. Tanke vor längeren Strecken auf, und wenn du ein Mietauto nimmst, kläre vorab Versicherung und Grüne Karte. In vielen Orten ist Parkieren gebührenpflichtig, oft wird bar kassiert, also hab Kleingeld in Lek bereit.
Kaffeekultur und Kulinarik
Albanien hat eine echte Kaffeekultur: Ein Macchiato oder ein Espresso an der Strasse kostet wenig und wird gerne ausgiebig getrunken. Probier ausserdem Byrek, das gefüllte Blätterteiggebäck, Tavë Kosi (Lamm mit Joghurtguss) und an der Küste frisch gefangenen Fisch. Die Preise sind im Vergleich zur Schweiz sehr freundlich, auch in den beliebten Ferienorten.
Touren und Tickets
Wer Berat, Tirana und die Riviera ohne eigenes Auto entdecken möchte, findet bei GetYourGuide passende Angebote: Tagesausflüge nach Berat, Stadtführungen in Tirana inklusive Bunk’Art und Bootstouren entlang der albanischen Riviera. So kannst du die besten Orte kombinieren, ohne dich um die Anreise zu kümmern.
Wo übernachten?
In Tirana lohnt sich eine Unterkunft in der Nähe des Zentrums (Unterkünfte in Tirana vergleichen). In Berat sind die historischen Häuser besonders stimmungsvoll (Unterkünfte in Berat ansehen). Für die Küste empfehlen wir Dhërmi oder Himarë (Hotels an der Riviera vergleichen). Reserviere im Hochsommer früh, denn die schönsten Häuser sind schnell ausgebucht.
Fotospots und beste Tageszeit
In Berat zeigt sich die Stadt der tausend Fenster am eindrücklichsten vom gegenüberliegenden Flussufer, wenn das Licht am späten Nachmittag auf die weissen Häuser fällt. In Tirana lohnt sich der Abend, wenn die farbigen Fassaden und der Skanderbeg-Platz beleuchtet sind. An der Riviera sind Sonnenuntergänge das Highlight, vor allem von den Terrassen oberhalb von Himarë. Nimm dir Zeit, denn das Licht ändert sich schnell.
Das Ende des Balkan-Roadtrips
Albanien war die vierte und letzte Etappe. Davor waren wir in Montenegro, begonnen hatte alles in Kroatien. Die komplette Route mit Kosten, Grenzinfos und Packliste findest du in der Übersicht zum Balkan-Roadtrip.

























