Man sagt oft, das zweite Trimester sei die schönste Zeit einer Schwangerschaft. Rückblickend kann ich das absolut nachvollziehen. Nachdem die ersten zwölf Wochen von vielen neuen Gefühlen, Unsicherheiten und vor allem grosser Müdigkeit geprägt waren, kehrte langsam wieder etwas Normalität in unseren Alltag ein. Meine Energie kam zurück, der Bauch wurde sichtbar und zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, diese Schwangerschaft ganz bewusst geniessen zu können.
Gleichzeitig wurde alles ein Stück realer. Aus einem kleinen Geheimnis wurde eine freudige Nachricht, die wir endlich mit unseren Familien, Freunden und Arbeitskollegen teilen durften. Wir sahen unser Baby bei weiteren Ultraschalluntersuchungen immer deutlicher, spürten die ersten kräftigen Bewegungen und begannen langsam, uns auf das Leben zu viert vorzubereiten.
Wenn ich heute auf diese Monate zurückblicke, fühlt es sich fast unwirklich an, wie viel wir in dieser Zeit erleben durften. Wir reisten ans andere Ende der Welt, feierten einen der emotionalsten Tage unserer Schwangerschaft, verbrachten unseren Babymoon und trafen nach und nach die ersten wichtigen Entscheidungen für die Zeit nach der Geburt.
In diesem Beitrag nehme ich euch mit durch meinen vierten bis siebten Schwangerschaftsmonat und erzähle euch, was in dieser besonderen Zeit passiert ist – sowohl mit unserem kleinen Wunder als auch mit mir.
Was passiert im zweiten Trimester?

Das zweite Trimester umfasst die Schwangerschaftswochen 13 bis 27 und wird oft als die angenehmste Phase der Schwangerschaft bezeichnet. Bei vielen Frauen lassen Müdigkeit und Übelkeit langsam nach, während die Energie Schritt für Schritt zurückkehrt. Gleichzeitig wächst der Babybauch sichtbar und die Schwangerschaft wird auch für das Umfeld immer greifbarer.
Während sich viele Mamas körperlich wieder wohler fühlen, entwickelt sich das Baby mit grossen Schritten weiter. Die Organe, die bereits im ersten Trimester angelegt wurden, reifen nun weiter aus. Das Gesicht nimmt immer deutlichere Formen an, Finger und Zehen sind vollständig ausgebildet und auch die Bewegungen werden immer koordinierter.
Für viele werdende Eltern gehören diese Wochen zu den emotionalsten der gesamten Schwangerschaft. Die ersten kräftigen Tritte werden spürbar, beim grossen Organultraschall kann man sein Baby oft schon ganz genau erkennen und in vielen Fällen verrät es nun auch, ob ein Mädchen oder ein Junge unterwegs ist.
Entwicklung des Babys
Zwischen der 13. und 27. Schwangerschaftswoche wächst das Baby unglaublich schnell. Während es zu Beginn des zweiten Trimesters gerade einmal etwa sieben Zentimeter gross ist, misst es am Ende bereits rund 35 Zentimeter und wiegt ungefähr ein Kilogramm.
Auch die Sinne entwickeln sich stetig weiter. Das Baby kann Stimmen wahrnehmen, auf Geräusche reagieren und beginnt sogar, die Augen zu öffnen. Besonders schön finde ich den Gedanken, dass unser kleines Mädchen in dieser Zeit bereits unsere Stimmen hören konnte – auch wenn wir sie natürlich noch nicht kennenlernen durften.
Ab etwa der 20. Schwangerschaftswoche werden die Bewegungen zudem immer deutlicher spürbar. Anfangs fühlte es sich für mich noch wie ein sanftes Flattern an, doch schon kurze Zeit später wurden daraus richtige kleine Tritte, die mich jeden Tag aufs Neue zum Lächeln brachten.
Was sich bei der werdenden Mama verändert
Mit dem zweiten Trimester verändert sich nicht nur das Baby, sondern auch der Körper der Mama. Die Gebärmutter wächst weiter, der Bauch wird sichtbar und viele Frauen fühlen sich wieder belastbarer.
Trotzdem bringt auch diese Phase neue Herausforderungen mit sich. Rückenschmerzen, Wassereinlagerungen oder ein schnelleres Erschöpfen bei körperlicher Anstrengung gehören für viele Schwangere zum Alltag. Auch Reisen oder längere Spaziergänge fühlen sich plötzlich ganz anders an als noch wenige Monate zuvor.
Ich habe in dieser Zeit besonders gemerkt, wie wichtig es ist, auf meinen Körper zu hören. Zwar hatte ich wieder deutlich mehr Energie als noch im ersten Trimester, trotzdem brauchte ich regelmässig Pausen und musste akzeptieren, dass manches einfach etwas langsamer geht als sonst.
Mein zweites Trimester – persönliche Erfahrungen

Der vierte Monat – endlich durften wir unser Geheimnis teilen
Der Start ins zweite Trimester fühlte sich zunächst gar nicht so an, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Frisch zurück von unserer Reise durch Vietnam, Laos und Kambodscha kämpften wir erst einmal mit einem ordentlichen Jetlag. Mein Körper hatte also gleich doppelt zu tun – einerseits die Zeitverschiebung zu verarbeiten und andererseits weiterhin jeden Tag ein kleines Wunder wachsen zu lassen.

Doch schon wenige Tage später stand ein Termin an, auf den wir lange hingefiebert hatten: der erste grosse Ultraschall in der 13. Schwangerschaftswoche. Ich glaube, jede werdende Mama kennt dieses Gefühl. Obwohl man mittlerweile weiss, dass man schwanger ist, schwingt vor jedem Ultraschall eine gewisse Nervosität mit. Man hält unbewusst den Atem an, bis man das kleine Herz schlagen sieht und weiss, dass alles in Ordnung ist.
Als unsere Gynäkologin uns bestätigte, dass sich unser Baby wunderbar entwickelt, fiel eine riesige Last von unseren Schultern. Dieser Moment bedeutete für uns weit mehr als nur eine weitere Untersuchung – er gab uns die Sicherheit, unser kleines Geheimnis endlich mit der Welt teilen zu dürfen.

Ich hatte mich so lange darauf gefreut, diesen Moment mit unseren Liebsten zu erleben. Endlich mussten wir keine Ausreden mehr finden, warum ich keinen Alkohol trinke oder weshalb ich plötzlich so früh müde werde. Stattdessen konnten wir unsere Freude offen teilen und gemeinsam der Zukunft entgegenblicken.
Mit jedem Tag kam auch meine Energie ein Stück mehr zurück. Nach den eher anstrengenden ersten Wochen fühlte ich mich endlich wieder wie ich selbst. Ich konnte meinen Alltag wieder aktiver gestalten und bemerkte gleichzeitig, dass sich mein Körper langsam veränderte. Der Babybauch war zwar noch klein, aber zum ersten Mal so sichtbar, dass ich ihn selbst im Spiegel nicht mehr übersehen konnte.
Der fünfte Monat – mit Babybauch nach Australien

Kaum hatten wir unser grosses Geheimnis mit Freunden, Arbeitskollegen und Followern geteilt, wartete bereits das nächste Abenteuer auf uns. Unsere Koffer waren erneut gepackt – diesmal ging es nach Australien. Die Flugreisen fühlten sich etwas anstrengender an als sonst aber der Bauch war noch relativ klein.
Australien hat uns vom ersten Moment an begeistert. Wir schlenderten durch die Strassen von Sydney, genossen die entspannte Atmosphäre, entdeckten wunderschöne Küstenlandschaften und sammelten Erinnerungen, die wir nie vergessen werden. Besonders beeindruckend war für mich das Dolphin Watching. Diese faszinierenden Tiere in freier Wildbahn zu beobachten, war einer dieser Momente, die man kaum in Worte fassen kann. Natürlich durfte auch das kulinarische Entdecken nicht fehlen. Wer mich kennt, weiss, wie gerne ich gutes Essen ausprobiere. Auch diesmal haben wir uns durch zahlreiche Restaurants getestet und viele gemeinsame Abende bei gutem Essen verbracht.
Zurück in der Schweiz freute ich mich aber auch wieder auf meinen gewohnten Alltag. Ich begann wieder regelmässig ins Gym zu gehen und achtete bewusst darauf, aktiv zu bleiben. Bewegung tut mir schon immer gut – körperlich genauso wie mental. Gerade während der Schwangerschaft hilft sie mir, mich ausgeglichener und stärker zu fühlen.
Ein weiteres grosses Highlight wartete in der 20. Schwangerschaftswoche auf uns: der Organultraschall. Unser kleines Mädchen zeigte sich von ihrer aktiven Seite. Sie turnte munter herum, bewegte Arme und Beine und machte es der Ärztin nicht gerade einfach, alle Aufnahmen zu machen. Es war unglaublich schön zu sehen, wie lebendig sie bereits war. Nach jedem Ultraschall verliessen wir die Praxis mit einem noch grösseren Lächeln als zuvor.
Der sechste Monat – ein Schlossmoment voller Emotionen

Der sechste Monat brachte einen Moment mit sich, auf den ich mich schon lange gefreut hatte – und gleichzeitig einer der emotionalsten Augenblicke dieser gesamten Schwangerschaft wurde. Unsere Gender Reveal Party.
Wir haben uns bewusst für einen Ort entschieden, der diesem Moment gerecht wird: eine wunderschöne Schlosslocation, eingebettet in eine Kulisse, die fast schon ein wenig surreal wirkte. Umgeben von unseren engsten Menschen haben wir diesen besonderen Tag gefeiert – ruhig, intensiv und voller Vorfreude auf das, was kommt. Und dann kam dieser eine Augenblick, der alles verändert hat. Konfetti, Stille für einen kurzen Moment – und dann dieses zarte Rosa, das sich in der Luft verteilt hat. Es ist ein Mädchen. Ich glaube, ich werde diesen Moment nie vergessen. Nicht nur wegen der Überraschung, sondern wegen dieser überwältigenden Mischung aus Freude, Erleichterung und tiefer Verbundenheit. In diesem Augenblick wurde aus einer Ahnung eine Realität. Unsere kleine Tochter hat plötzlich ein Gesicht bekommen – auch wenn wir sie noch nicht sehen konnten.

Nach der Feier wurde der Alltag wieder ein Stück konkreter. Die Schwangerschaft fühlte sich plötzlich weniger abstrakt und dafür umso realer an. Wir haben begonnen, erste Geburtskliniken zu besichtigen. Auch die ersten medizinischen Checks standen an, darunter der Zuckertest, der zwar wenig glamourös, aber ein wichtiger Teil dieser Phase ist. Da ich zuerst ein falsch-positives Ergebnis hatte und nicht ganz happy mit dem Ablauf war, würde ich diesen jedoch nicht mehr machen.
Der siebte Monat – unser Babymoon in Texas
Zum Abschluss des zweiten Trimesters haben wir uns noch einmal bewusst Zeit genommen. Zeit nur für uns. Zeit als kleine Familie, bevor sich alles verändert. Unser Babymoon führte uns nach Texas. Da wir auf Nummer sicher gehen wollten und wir Texas bereits kennen und lieben.
Diese Reise war etwas ganz Besonderes, weil sie sich wie ein bewusst gesetzter Punkt am Ende eines Kapitels angefühlt hat. Unsere letzte grosse Reise zu dritt, bevor wir bald zu viert sein würden. Wir haben diese Tage ganz bewusst anders erlebt als frühere Reisen. Weniger Programm, weniger Tempo, mehr Ruhe. Viel Zeit für Gespräche, für Spaziergänge, für gutes Essen und einfach dafür, miteinander im Moment zu sein.
Zwischendurch haben wir Babyshopping gemacht, kleine Dinge ausgesucht, die plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommen haben. Jeder Einkauf war ein Stück Realität mehr.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sich mein Körper weiter verändert. Der Bauch wird grösser, die Bewegungen deutlicher, die Tritte kräftiger. Es ist, als würde sich unser kleines Mädchen immer mehr bemerkbar machen – jeden Tag ein bisschen mehr. Und genau das macht diese Zeit so besonders: Man ist schon so nah dran, und doch noch nicht ganz angekommen.
Was mir im zweiten Trimester gutgetan hat
In dieser Phase habe ich vor allem eines gelernt: weniger Druck, mehr Intuition. Mein Körper hat mir ziemlich klar gezeigt, was er braucht. Ruhe, wenn es zu viel wurde. Bewegung, wenn ich mich schwer gefühlt habe. Und ganz viel Flexibilität im Alltag.
Auch kleine Routinen haben mir geholfen, im Gleichgewicht zu bleiben. Ein ruhiger Start in den Tag, kurze Spaziergänge, bewusstes Abschalten am Abend. Und vielleicht am wichtigsten: nicht zu hart mit mir selbst zu sein. Nicht alles planen zu wollen, nicht jede Erwartung erfüllen zu müssen, sondern diese Zeit als etwas zu sehen, das sich ständig verändert.
Mein Fazit zum zweiten Trimester
Wenn ich diese Monate in einem Gefühl zusammenfassen müsste, dann wäre es wahrscheinlich dieses: Dankbarkeit. Dankbarkeit für die vielen kleinen und grossen Momente. Für das Vertrauen in meinen Körper. Für all die Menschen, die uns begleiten. Und für diese besondere Verbindung, die jeden Tag ein bisschen stärker wird.
Gleichzeitig beginnt man in dieser Phase zu verstehen, dass es nicht mehr lange dauert. Die Vorstellung, unsere Tochter bald in den Armen zu halten, wird immer greifbarer – und genau das macht alles so emotional.
Jetzt beginnt das letzte Trimester. Der Endspurt. Und mit ihm die wohl intensivste Zeit dieser ganzen Reise.










